Monat: Mai 2020

Gedanken kommen, Gedanken gehen

In Zeiten voller Unsicherheit braucht der Mensch Momente, die ihn zwischendurch erden. Wir alle spüren eine neue Nachdenklichkeit. Sich jedoch der täglichen Informationsflut zu ergeben und allzu sehr zu grübeln, hilft da nur wenig. Der Philosoph Ulrich Hoffmann rät, sich die Herrschaft über unsere Zeit und unser Leben zurückzuholen. Für den zweiten Newsletter von BerlinDruck hat Eckard Christiani mit Ulrich Hoffmann über sein Buch „Pause“ gesprochen – ein beinahe universeller Ratgeber mit etlichen Inspirationen, wie wir auch mit der Coronakrise umgehen könnten.

Herr Hoffmann, Sie haben ein Buch geschrieben, das ganz zufällig genau in unsere Zeit passt. Ihr Buch „Pause“ ist ein universeller Ratgeber dafür, wie man sich und sein Leben anders und neu organisiert. Im März und April dieses Jahres hatten sehr viele von uns unfreiwillig eine Pause. Ist jetzt nicht genau der richtige Zeitpunkt, seine Zukunft zu überdenken?

Ich habe das Buch geschrieben in einer Zeit, wo es um freiwillige Pausen ging. Es gibt einige Autoren, die diese Zwangspause als wahnsinnig große Chance ansehen. Ich reihe mich da ehrlich gesagt nicht ein. Mir ging es mit dem Buch darum zu gucken, wie man – wenn einem sein Leben im Großen und Ganzen gefällt – an kleinen Stellschrauben absichtsvoll selber etwas verändern kann.

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We are watching you

Vor einem knappen Jahr haben wir für die Passion #3 mit Gabor Steingart über ein sehr interessantes Projekt gesprochen, das jetzt Realität geworden ist: das erste Redaktionsschiff der Welt, die Pioneer One.

Steingart dazu: „Ich bin Berliner, und mir ist tatsächlich irgendwann aufgefallen, dass wir hier doch sehr viel Wasser haben. Ich war in vielen großen Hauptstädten. Wir sehen die Seine in Paris oder den Potomac in Washington, der auch Regierungsgebäude berührt. Aber nirgendwo sind die Regierungsgebäude über den Wasserweg auf so kurzer Distanz derart vernetzt und verbunden wie hier. Und da dachte ich, dass ein Schiff für unser Thema, für mein Anliegen das Beste wäre.

Wir wären dicht dabei, aber wir gehörten nicht dazu. Wir wären immer in Bewegung, nicht erstarrt. Das ist eine tolle Metapher. We are watching you. Und gleichzeitig – ganz praktisch – ist es ein Ort konzentrierter Arbeit – für eine Redaktion, aber auch für Gäste, für Interviews. Für ein Zusammenkommen mit Lesern, Zuhörern und später auch Zuschauern ist ein Schiff eine tolle Location, würde man heute sagen. Für mich ist die ‚Pioneer One‘ – so heißt das Schiff – eher eine schwimmende Bühne für den Journalismus einer neuen Zeit.“

Nun ist „Pioneer One“ vom Stapel gelaufen und auf dem Weg nach Berlin. Eins der ersten Interviews auf dem Redaktionsschiff führte Gabor Steingart in Düsseldorf mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Armin Laschet besucht ThePioneer One

Bei unserem Halt in Düsseldorf zu Besuch auf unserem Redaktionsschiff #ThePioneerOne: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Hören Sie das Interview mit Gabor Steingart und Michael Bröcker heute im #MorningBriefing. https://gaborsteingart.com/?podcast=510

Gepostet von ThePioneer am Montag, 11. Mai 2020
Interview auf dem Redaktionsschiff „Pioneer One“ mit Armin Laschet

Wir wünschen der „Pioneer One“ und ihrer Besatzung allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. 

Nguyen-Kim zeigt, wie Wissenschaftsjournalismus geht

In der Passion-Ausgabe #4 hat die promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim gezeigt, wie man auf unterhaltsame Weise scheinbar langweilige Themen für Jedermann aufbereiten kann. In diesem Jahr ist die YouTuberin und Fernsehmoderatorin (Terra X, Quarks) nun endgültig zum Medienstar aufgestiegen. Niemand erklärt verständlicher und einleuchtender wie sie, womit wir es in der Coronakrise zu tun haben.

Mai Thi Nguyen-Kim in der Passion #4

Hier noch einmal eine Kostprobe der Grimme-Preisträgerin Nguyen-Kim aus der Passion-Ausgabe „Bindung“

Betrunken vor Liebe

Ich finde den Spruch „die Chemie stimmt“ interessant, denn es ist der mit Abstand positivste Gebrauch von „Chemie“ in unserer Alltagssprache. Die Chemie der Liebe! Ich weiß nicht, was Nichtchemiker denken, wenn sie diesen Satz benutzen, ich denke bei Liebe durchaus an Chemie – und an Wissenschaft. Ist das jetzt unromantisch? Ich weiß nicht. Ich finde nicht, dass eine wissenschaftliche Betrachtung der Welt ihr den Zauber nimmt. 

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