Schlagwort: passion (Seite 1 von 2)

Begeisterung für eine bessere Zukunft

Journalistin, Autorin und Social Media-Expertin Amelie Marie WeberEine Generation allein wird unsere Erde nicht retten können.

Eckard Christiani im Gespräch mit Amelie Marie Weber

Amelie, was tust du?

Ich bin Politikjournalistin mit einem Schwerpunkt auf Social Media. Das heißt ich präsentiere politische und gesellschaftliche Themen – hauptsächlich in den sozialen Medien. 

Wie war deine Laufbahn in der Funke-Zentralredaktion?

Ich habe vorher im Politikressort eines Magazins volontiert – also ganz klassisch Print. Danach bin ich als Online-Redakteurin zur FUNKE-Zentralredaktion gewechselt. Dort wurde ich dann eher zufällig gefragt, ob ich vielleicht die Social Media übernehmen möchte, da ich eine so junge Journalistin bin und gut mit jungen Leuten interagieren könne. Also habe ich diese Aufgabe etwa ein Jahr vor der letzten Bundestagswahl übernommen und einen TikTok-Kanal gegründet. Der Fokus lag darauf, Erstwählerinnen und Erstwählern Politik zu erklären. Und das kam ganz gut an. Die Videos erreichten bis zu 3 Millionen Menschen.
Früher hätte ich nie gedacht, dass meine private Freude an Social Media einmal meine Nische im Journalismus werden würde. Mit dreizehn wusste ich, dass ich Journalistin werden wollte, aber ich wusste nicht genau, über welche Themen ich schreiben wollte. Es wurde dann irgendwie zufällig Politik und dann auch zufällig Social Media. Jetzt bin ich sehr glücklich, dass ich meine Berufung gefunden habe, weil es mich wirklich interessiert und ich denke, dass es zu mir passt.

Amelie Marie Weber (*1995) studierte bis 2018  Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Uni Mannheim. Nach Stationen beim SWR, in der RTL Mediengruppe und der Funke Mediengruppe ist sie seit 1. März Social Media-Redakteurin und -Presenterin bei der tagesschau. Im Herbst 2021 wurde sie vom Medium Magazin in die Liste der „Top 30 bis 30“-Journalist:innen aufgenommen. Der Mediendienst Kress zählt sie zu den „Top Nachwuchsführungskräften“ im Journalismus.

Und jetzt, seit 1. März, bei der tagesschau. Was erwartet dich? Oder anders: Was erwartet man von dir?

Ich bin auch bei der tagesschau im Social Media-Team beheimatet und darf dort mit ganz großartigen Kolleginnen und Kollegen an den bestehenden Formaten arbeiten. Dazu gehört unter anderem die Moderation von Clips bei TikTok und Instagram. Außerdem werden wir gemeinsam neue Formate entwickeln. 

Weiterlesen

KI!

Die Rolle von Kreativen erfährt durch den Aufstieg von KI-Tools, die mehr und mehr Aufgaben übernehmen, eine bedeutende Veränderung. Wahre Kreativität liegt jedoch in Ideen, Geschichten und der Verbindung zu Menschen. KI kann Emotionen nicht nachempfinden. Menschliche Kreativität ist einzigartig und zutiefst menschlich. Design, das Menschen berührt, kann nur aus menschlichem Denken stammen. Trotz der Anpassung an neue Werkzeuge wird Design immer von Menschen für Menschen erschaffen. Jedoch können Designer:innen mit diesen neuen Tools unentdeckte Möglichkeiten erkunden, ihre Art und Weise, wie sie arbeiten, verändern und neue Welten erschaffen, solange sie sich auf das konzentrieren, was sie von KI unterscheidet: die menschliche Kreativität. 

Darüber sprach ich mit Jenny Habermehl, die gerade mit ihrem neuen Buch KI für Kreative für Furore sorgt.

Jenny Habermehl, ist freiberifliche Kreativdirektorin (M.A.), Fotografin sowie Unternehmerin im Bereich E-Learning, Mentorin und Dozentin.

Jenny, wird KI in irgendeinem Feld gegen uns gewinnen? Sollten wir uns mit ihr vergleichen? Oder wie werden wir uns zur KI positionieren? 

Die Vermenschlichung und Emotionalisierung von KI in Film, Literatur und Medien – oft mittels humanoider Darstellungen – führt dazu, dass viele sich mit dieser Technologie vergleichen und fürchten, von ihr ersetzt zu werden. Doch KI ist letztlich ein Werkzeug, das bestimmte Aufgaben ausführt, basierend auf Training und Input, ohne eigenständige Entscheidungen zu treffen wie ein Mensch. In kreativen Berufen wie Design können KI-Tools unterstützen, aber sie ersetzen nicht die einzigartigen Fähigkeiten und Persönlichkeiten, die wir als Individuen mitbringen. Es ist wichtig zu erkennen, dass KI unsere Arbeitswelt und unseren Design-Alltag verändern wird, sie wird neue Möglichkeiten schaffen, während gewisse Aufgaben wegfallen. Es geht weniger um einen Wettbewerb zwischen Mensch und KI, sondern vielmehr darum, wie wir diese Technologie als Werkzeug nutzen, um unsere eigenen Fähigkeiten zu erweitern und zu ergänzen.

Weiterlesen

Sehen wir die Welt, wie sie ist

Reporter-at-large beim SPIEGEL Ullrich Fichtner über Zuversicht 

Es herrscht allgemein das Gefühl vor, dass die Welt aus den Fugen geraten ist: Klimakrise, Pandemien, neu aufflammende Kriege, Energiekrise, Populismus von rechts und links, Inflation, die Allmacht amerikanischer Medienkonzerne. Nun kommen Sie, Herr Fichtner, und sagen: Moment mal, früher war alles schlechter. Wie kommen Sie darauf?

Eckard Christiani und SPIEGEL-Reporter-at-large Ullrich Fichtner

Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob früher alles schlechter war. In den großen Linien sicherlich. Aber genau jetzt, während wir sprechen, scheinen sich die Krisen zu häufen, und das allgemeine Zeitgefühl vermittelt den Eindruck, dass die Welt „im Eimer ist“. Doch genau das war der Anstoß für mein Buch. Ich glaube, wenn man einen Schritt zurücktritt – einen kleinen Schritt – entspannt sich die Lage schon etwas. Und wenn man noch weiter zurücktritt, entspannt sie sich sogar noch mehr. Das ist kein neuer Gedanke; es gab schon Autoren, die brillant darüber geschrieben haben, wie etwa der berühmte Hans Rosling, ein schwedischer Arzt, der für die UNO gearbeitet hat. Sein Buch Factfulness verfolgt im Grunde diesen Denkansatz und ist äußerst lesenswert. Was hat er gemacht? Er hat sich praktisch von der Aktualität gelöst und lange Linien betrachtet – als Mediziner vor allem unter gesundheitlichen Aspekten. Er stellte fest, dass die Menschheit sich in einer faszinierenden Aufwärtsbewegung befindet, auch in ihren ärmsten Teilen. Diese Art des Perspektivwechsels ist sehr hilfreich, um den Kopf klar zu behalten in Momenten, in denen alle Krisen auf einen einzustürzen scheinen. Es geht darum, die Lage zu analysieren und Schritt für Schritt vorzugehen.

Weiterlesen

Tun getan!

Ein Gespräch über Medien mit Oliver Kalkofe

Welcher Plan steckte hinter deiner Karriere, die beim Frühstyxradio begann, Oliver? 

Da war nichts geplant. Ich glaube, wie bei vielen Dingen, an die Macht des Schicksals oder wie man das auch immer nennt. Es gibt Momente, die – wenn man sich darauf einlässt – für einen gemacht scheinen. Vieles, was ich in meinem Leben erlebt habe, macht sonst keinen Sinn.

Eckard Christiani im Gespräch mit Oliver Kalkofe, Fotografie: Michael Jungblut, fotoetage

Das Frühstyxradio kam tatsächlich ungeplant und war auch während der Zeit, als wir da waren, eigentlich weiterhin ohne Plan. 

Wie bist du denn zum Radio gekommen?

Das Frühstyxradio gab es seit einem knappen halben Jahr. Ich hörte die Sendungen mit Begeisterung: Brungs und Brochterbeck und so. Das fand ich toll, da wollte ich hin. Aber ich dachte, das wird mir nie gelingen.

Weiterlesen

Mit Mut zur garantierten Aufmerksamkeit

ADC-Präsidentin Dörte Spengler-Ahrens über das Momentum

Dörte, Wie ist es, in Zeiten wie diesen werberin zu sein und kreative Ideen vor Kunden:innen zu präsentieren, die eher sparsam nach Sicherheit und Verlässlichkeit von Kampagnen dürsten?

In solch turbulenten, schwierigen Zeiten ist es für Werbetreibende entscheidend, den Spagat zwischen ihren Kunden und dem Verständnis der Bedürfnisse der Endkunden zu meistern. In einer Zeit, die von Konflikten, Naturkatastrophen und politischen Unruhen geprägt ist, sehnen sich Verbraucher nach Stabilität und Verlässlichkeit. 

Dörte Spengler-Ahrens im Gespräch mit Eckard Christiani

In diesem Kontext sind Marken von großer Bedeutung. Sie bieten Verbrauchern Rituale, Vertrautheit und ein Gefühl der Sicherheit. Daher ist es jetzt mehr als je zuvor wichtig, dass Marken präsent sind. 

Bezüglich der Frage, ob Kunden in solchen Zeiten eher weniger Geld ausgeben, muss differenziert werden. Einige Auftraggeber haben erkannt, dass gerade jetzt verstärkte Werbemaßnahmen notwendig sind, um Vertrauen und Beständigkeit in ihre Angebote zu kommunizieren. 

Weiterlesen

Ich mache Schüler zu Mitgestaltern

Johannes – oder soll ich Schrödi sagen? –, wie wird ein Lehrer Comedian?

Scherzhaft sage ich immer, dass die Schüler mich irgendwann aufgefordert haben: „Herr Schröder, erzählen Sie diese schlechten Witze bitte nicht uns! Wir sind hier in der Schule. Gehen Sie bitte dorthin, wo Sie ihresgleichen treffen.“ 

Johannes Schröder(* 1974 in Berlin-Charlottenburg) ist ein deutscher Comedian, Kabarettist und ehemaliger Gymnasiallehrer, der unter dem Künstlernamen Herr Schröder auftritt.

Nein, so war es nicht. Ich leitete in der Schule eine Theater-AG und entwickelte so eine Leidenschaft für die Bühne. Es war wichtig zu verstehen, was auf der Bühne funktioniert, und das war etwas, was ich den Schülern vermitteln konnte. Authentisch auf der Bühne zu sein war essenziell. Ich fand es furchtbar, wenn jemand einfach einen Text herunterratterte. „Halt, Moment, Stopp! Du musst das erst spüren, erst körperlich werden, und erst wenn du das richtig empfindest, dann kannst du sprechen.“

Hinzu kam ein Abenteuerwunsch, einmal etwas völlig Neues zu tun, einen kleinen Umweg zu gehen, die starre Karriere als Lehrer noch mal zu durchbrechen und von null anzufangen. 

Weiterlesen

Ein Putsch in Zeitlupe

Ein Gespräch mit Sandra Navidi über ihr aktuelles Buch und die Gefahren von Fake News für die Demokratie

Liebe Frau Navidi, Sie sind als ausgewiesene Finanzexpertin, Juristin und Unternehmensberaterin unterwegs. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Die DNA der USA zu schreiben, das kürzlich für den DEUTSCHEN WIRTSCHAFTSBUCHPREIS 2023 nominiert wurde?

Es war ein wenig wie eine Evolution: In meinem ersten Buch Super-hubs ging es um meine Erfahrungen und Beobachtungen, wie Netzwerke „die Welt regieren“ – speziell in der Finanzwelt. Das zweite Buch beschäftigte sich mit Digitalisierung. Die Wirtschaft investiert immer mehr Geld in Digitalisierung und KI. Ich glaube, viele Entwicklungen sind schleichend und werden von uns kaum wahrgenommen. Das Future-Proof-Mindset sollte also ein praktisches Buch sein.

Sandra Navidi ist CEO der in New York ansässigen Unternehmensberatungsfirma BeyondGlobal. Die Juristin ist in Deutschland und den USA als Rechtsanwältin zugelassen und gilt als eine der bestvernetzten Personen in der globalen Hochfinanz. Bekannt ist die Wirtschaftsexpertin vor allem aus internationalen Medien. Darüber hinaus ist Navidi Co-Autorin der preisgekrönten n-tvDokumentar-Serie Wie tickt Amerika, Moderatorin des n-tv-Wirtschaftspodcasts Biz & Beyond.

Und dann – weil Geopolitik immer wichtiger wird – kam im nächsten Schritt die USA als Land an die Reihe: wirtschaftliche Beurteilungen – Wirtschaft ist das Fundament unserer Gesellschaft – und, na ja, all die Missstände, die ich seit Jahren auch für meine Analysen verfolge und auf die ich auch in Medien und Talkshows aufmerksam mache. Nun habe ich all diese Puzzleteile zusammengesetzt. Und ich muss Ihnen etwas ganz ehrlich sagen: Als ich all das noch einmal gelesen und niedergeschrieben habe, musste ich mich ab und zu kneifen und sagen: Okay, Sandra, mach lieber noch einmal einen Double Check, ob das wirklich so gesagt worden und so passiert ist. Vieles strapaziert unser Vorstellungsvermögen, da überholt die Fiktion die Realität. Wenn sich jemand so ein Drehbuch für einen Hollywoodfilm ausdenken und formulieren würde, würde man sagen, das sei zu unrealistisch.

Weiterlesen

Alles bleibt, wie es immer war

Hannah Arendt schrieb’s schon vor 70 Jahren den Deutschen ins Stammbuch:

„Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt jedoch in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen. Beispielsweise kommt als Antwort auf die Frage, wer den Krieg begonnen habe – ein keineswegs heiß umstrittenes Thema -, eine überraschende Vielfalt von Meinungen zutage. In Süddeutschland erzählte mir eine Frau von ansonsten durchschnittlicher Intelligenz, die Russen hätten mit einem Angriff auf Danzig den Krieg begonnen – das ist nur das gröbste von vielen Beispielen.

Hannah Arendt

Doch die Verwandlung von Tatsachen in Meinungen ist nicht allein auf die Kriegsfrage beschränkt; auf allen Gebieten gibt es unter dem Vorwand, daß jeder das Recht auf eine eigene Meinung habe, eine Art Gentlemen’s Agreement, dem zufolge jeder das Recht auf Unwissenheit besitzt – und dahinter verbirgt sich die stillschweigende Annahme, daß es auf Tatsachen nun wirklich nicht ankommt.

Weiterlesen

Wissen ist Macht

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ist ein geflügeltes Wort antiken Ursprungs. Es ist eine bekannte Aussage des griechischen Philosophen Sokrates. Wissen ist der Bauplan für alles Denken und Handeln. Aber was bringt uns umfangreiches Wissen, wenn der Plan nicht aufgeht und wenn ein „Stück schlechte Neuigkeiten, eingewickelt in Protein“ – das Coronavirus – all unser Denken lähmt. 

Die sechste Ausgabe der Passion

In dieser Woche ist die sechste Ausgabe der Passion, des Kundenmagazins von BerlinDruck, erschienen. Darin wieder einmal ein breit gefächertes Angebot an lesenswerten Beiträgen und spannenden Interviews.

Weiterlesen

So geht Zukunft

Passion EXTRA erschienen. Mit einem Essay von Matthias Horx
Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist.

„Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird”, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.“

Passion EXTRA – Ein Essay von Zukunftsforscher Matthias Horx

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus zurück ins Heute. Klingt verrückt? 

Weiterlesen
« Ältere Beiträge

© 2024 quintessense

Theme von Anders NorénHoch ↑