Kategorie: medien

Gedanken kommen, Gedanken gehen

In Zeiten voller Unsicherheit braucht der Mensch Momente, die ihn zwischendurch erden. Wir alle spüren eine neue Nachdenklichkeit. Sich jedoch der täglichen Informationsflut zu ergeben und allzu sehr zu grübeln, hilft da nur wenig. Der Philosoph Ulrich Hoffmann rät, sich die Herrschaft über unsere Zeit und unser Leben zurückzuholen. Für den zweiten Newsletter von BerlinDruck hat Eckard Christiani mit Ulrich Hoffmann über sein Buch „Pause“ gesprochen – ein beinahe universeller Ratgeber mit etlichen Inspirationen, wie wir auch mit der Coronakrise umgehen könnten.

Herr Hoffmann, Sie haben ein Buch geschrieben, das ganz zufällig genau in unsere Zeit passt. Ihr Buch „Pause“ ist ein universeller Ratgeber dafür, wie man sich und sein Leben anders und neu organisiert. Im März und April dieses Jahres hatten sehr viele von uns unfreiwillig eine Pause. Ist jetzt nicht genau der richtige Zeitpunkt, seine Zukunft zu überdenken?

Ich habe das Buch geschrieben in einer Zeit, wo es um freiwillige Pausen ging. Es gibt einige Autoren, die diese Zwangspause als wahnsinnig große Chance ansehen. Ich reihe mich da ehrlich gesagt nicht ein. Mir ging es mit dem Buch darum zu gucken, wie man – wenn einem sein Leben im Großen und Ganzen gefällt – an kleinen Stellschrauben absichtsvoll selber etwas verändern kann.

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We are watching you

Vor einem knappen Jahr haben wir für die Passion #3 mit Gabor Steingart über ein sehr interessantes Projekt gesprochen, das jetzt Realität geworden ist: das erste Redaktionsschiff der Welt, die Pioneer One.

Steingart dazu: „Ich bin Berliner, und mir ist tatsächlich irgendwann aufgefallen, dass wir hier doch sehr viel Wasser haben. Ich war in vielen großen Hauptstädten. Wir sehen die Seine in Paris oder den Potomac in Washington, der auch Regierungsgebäude berührt. Aber nirgendwo sind die Regierungsgebäude über den Wasserweg auf so kurzer Distanz derart vernetzt und verbunden wie hier. Und da dachte ich, dass ein Schiff für unser Thema, für mein Anliegen das Beste wäre.

Wir wären dicht dabei, aber wir gehörten nicht dazu. Wir wären immer in Bewegung, nicht erstarrt. Das ist eine tolle Metapher. We are watching you. Und gleichzeitig – ganz praktisch – ist es ein Ort konzentrierter Arbeit – für eine Redaktion, aber auch für Gäste, für Interviews. Für ein Zusammenkommen mit Lesern, Zuhörern und später auch Zuschauern ist ein Schiff eine tolle Location, würde man heute sagen. Für mich ist die ‚Pioneer One‘ – so heißt das Schiff – eher eine schwimmende Bühne für den Journalismus einer neuen Zeit.“

Nun ist „Pioneer One“ vom Stapel gelaufen und auf dem Weg nach Berlin. Eins der ersten Interviews auf dem Redaktionsschiff führte Gabor Steingart in Düsseldorf mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Armin Laschet besucht ThePioneer One

Bei unserem Halt in Düsseldorf zu Besuch auf unserem Redaktionsschiff #ThePioneerOne: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Hören Sie das Interview mit Gabor Steingart und Michael Bröcker heute im #MorningBriefing. https://gaborsteingart.com/?podcast=510

Gepostet von ThePioneer am Montag, 11. Mai 2020
Interview auf dem Redaktionsschiff „Pioneer One“ mit Armin Laschet

Wir wünschen der „Pioneer One“ und ihrer Besatzung allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. 

Nguyen-Kim zeigt, wie Wissenschaftsjournalismus geht

In der Passion-Ausgabe #4 hat die promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim gezeigt, wie man auf unterhaltsame Weise scheinbar langweilige Themen für Jedermann aufbereiten kann. In diesem Jahr ist die YouTuberin und Fernsehmoderatorin (Terra X, Quarks) nun endgültig zum Medienstar aufgestiegen. Niemand erklärt verständlicher und einleuchtender wie sie, womit wir es in der Coronakrise zu tun haben.

Mai Thi Nguyen-Kim in der Passion #4

Hier noch einmal eine Kostprobe der Grimme-Preisträgerin Nguyen-Kim aus der Passion-Ausgabe „Bindung“

Betrunken vor Liebe

Ich finde den Spruch „die Chemie stimmt“ interessant, denn es ist der mit Abstand positivste Gebrauch von „Chemie“ in unserer Alltagssprache. Die Chemie der Liebe! Ich weiß nicht, was Nichtchemiker denken, wenn sie diesen Satz benutzen, ich denke bei Liebe durchaus an Chemie – und an Wissenschaft. Ist das jetzt unromantisch? Ich weiß nicht. Ich finde nicht, dass eine wissenschaftliche Betrachtung der Welt ihr den Zauber nimmt. 

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Gegen den Strom

Die Werbespendings werden in der Coronakrise deutlich rückläufig sein. Schon in der ersten vollen Shutdown-Woche (23. bis 29. März 2020) zeichne sich ein starker Rückgang an, der insbesondere die Medienkanäle TV, Radio, Zeitschriften und Zeitungen betrifft, schreibt die wuv am 07. April. Das lege eine erste Trendauswertung von Nielsen nahe. Und weiter: Wegen der Coronakrise aber auf Werbung zu verzichten, damit dürften sich Marken in ihren Zielgruppen über die Krisenzeit hinaus nachhaltig ins Off manövrieren. Gerade jetzt ist bei den Konsumenten das Bedürfnis nach Kontinuität extrem ausgeprägt.

Wir haben mit Mr. Media Thomas Koch über seine Einschätzung der Lage gesprochen – mit einer natürlichen Distanz von Berlin nach Düsseldorf.

Thomas Koch über die Auswirkungen der Coronakrise

Lieber Thomas, die Coronakrise lehrt uns, was auf solidem Fundament steht. Alles, was in keiner guten Verfassung ist, kommt in Nöte. Was heißt das für die Werbung, was fürs Marketing?

Marketing und Werbung waren ohnehin hierzulande in keiner guten Verfassung, die Werbung so unkreativ wie nie zuvor – und zugleich so verhasst wie nie zuvor. Marketing redete zwar viel über Kundenorientierung, tat aber zumeist das genaue Gegenteil. Doch Krisen haben auch immer ihr Gutes.

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Das ist Storytelling!

Inzwischen erscheint die fünfte Ausgabe der Passion, dem Kundenmagazin von BerlinDruck. Ein Heft von Interesse, denn Passion #5 beschäftigt sich mit dem Thema Verantwortung.

Wie lesen wir im Editorial? Die Sache mit der Verantwortung ist gar nicht so einfach! Manchmal hat man sie und will sie nicht, manchmal will man sie, bekommt sie aber nicht. Verantwortung hat eine ganze Menge mit Motivation zu tun. Verantwortung bedeutet Pflicht und Aufgabe. Jeder hat Verantwortung für sich selbst, für seine Gesundheit, sein Wohlergehen, seine eigene persönliche und spirituelle Entwicklung.

Wir haben aber auch Verantwortung in dem, was wir tun, im Umgang mit anderen Menschen, mit Benachteiligten, der Gesellschaft als Ganzem, mit der Natur, ja, gegenüber der ganzen Welt.

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Der „Quatsch“ ist eben leider sehr, sehr ernste Realität geworden

Bei meinen Recherchen zum Thema Klimakrise für die Passion #5 (Thema Verantwortung) bin ich auf eine Sendung gestoßen, die mich tief beeindruckt hat. Hoimar v. Ditfurth hat gemeinsam mit Volker Arzt schon 1978 in der ZDF-Sendung „Querschnitt“ – „Der Ast, auf dem wir sitzen“ – alle Zusammenhänge rund um Erderwärmung brillant aufgezeigt. Ich traf mich mit TV-Legende Volker Arzt am 2. Advent zum Frühstück in einem kleinen Café Nähe Potsdamer Straße zu einem Gespräch.

Eckard Christiani mit Volker Arzt

Herr Arzt, wie kommt man als Theoretischer Physiker ins Fernsehen?

Kleine Filmchen drehen war schon immer mein Hobby. Aber eigentlich wollte ich nach dem Diplom gar nicht zum Fernsehen, sondern wollte Spielfilme machen. So wie Alexander Kluge zum Beispiel. Aber der hat gesagt: Ich habe gerade kein Geld, geh erst mal zum Fernsehen. Und dann bin ich da hängen geblieben.   

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Papier – das zeitgemäße Medium

Der gedruckte, ausgehängte Fahrplan war der Retter in der Not, als ein Cyber-Angriff 2017 wieder einmal die Infoschirme an unzähligen Bahnhöfen lahmlegte. „Bitte Aushangfahrplan beachten“ war auf den blauen Tafeln zu lesen.

Nur ein – nicht zu unterschätzender – Vorteil von Gedrucktem auf Papier?Oder ist da noch mehr, was Papier zu einem wertvollen Medium macht?

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100 % Journalismus. Keine Märchen.

In der Bleibtreustraße, Nähe Ku’damm in Berlin, entsteht gerade die Keimzelle eines neu interpretierten Journalismus: Media Pioneer, eine Denkschule und ein Experimentierfeld – cool, neu und unabhängig. Nach amerikanischem Vorbild stehen Relevanz und Reichweite im Fokus. 

Hier wird seit einigen Wochen mit einem Stamm von knapp 20 Mitarbeitern das „Morning Briefing“ produziert – zuerst als Newsletter erschienen und seit über einem halben Jahr ergänzend als wochentäglicher Podcast. Inzwischen nutzen 500.000 Zuhörer pro Woche diesen Dienst.

Gabor Steingart

Kein Wunder, denn der Gründer von Media Pioneer, Gabor Steingart, steht als prominente Mediengröße für Qualitätsjournalismus. Wir haben mit ihm über seinen neuen „Verlag“ gesprochen und darüber, dass er Gedrucktes im Journalismus für nicht mehr zeitgemäß hält.

Herr Steingart, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihren neuen Räumen. Wie fühlt es sich an?

Gut.

Auf dem Schaufenster zur Bleibtreustraße lesen wir: „100 % Journalismus. Keine Märchen.“ Ist das nicht Berufsethos im eigentlichen Sinne? Sollte das nicht Standard sein?

Das sollte man denken. Aber das fängt schon damit an, dass in einer Zeitschrift nicht 100 % Journalismus ist, denn 50 % sind Werbung. Der gesamte Journalismus ist so finanziert. Jeder Chefredakteur bezieht sein Gehalt ungefähr zur Hälfte von seinen Anzeigenkunden.

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Print hat so etwas wie die „Arschkarte“

Heute traf ich Thomas Koch zum Interview für die Passion-Ausgabe #3. Thema des BerlinDruck-Magazins „Erster!“. Wir sprachen über Neugier, Mut und Naivität und darüber, warum das Bauchgefühl im Marketing nicht der richtige Weg ist.

„Mr. Media“ Thomas Koch mit Eckard Christiani

Thomas, du bist seit fünf Jahrzehnten in der Mediabranche unterwegs und inzwischen eine unumstrittene Größe. Man nennt dich liebevoll Mr. Media! Wann hattest du das erste Mal das Gefühl, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben?

Das erste Mal, als ich Mediachef der legendären Werbeagentur GGK wurde und man mich bat, die Mediaarbeit aller fünf GGK-Standorte in Düsseldorf zu zentralisieren. Daran waren bereits zwei meiner Vorgänger gescheitert. Es gelang mir, weil ich schnell Zugang zu den Kreativen fand. Ich sprach ihre Sprache und machte mich stark für eine enge Zusammenarbeit von Kreation und Media. Aus dieser Zeit stammt auch die schöne Jägermeister-Anzeige mit mir – damals noch ohne den inzwischen berühmten Schnurrbart.

Thomas Koch als Model für Jägermeister

Dies war der Grundstein für unzählige Kampagnen, deren Erfolg durch die Decke ging. Und es ist nach wie vor das Rezept für erfolgreiche Kommunikation. Dass sich so viele Werber nicht daran halten, sorgt übrigens dafür, dass unsere Kampagnen erfolgreicher sind als ihre …

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Die gute Balance zwischen Print und Digitalem

Gegründet von Territory, dem zu G+J gehörenden Marktführer für Content Communication, und Kolle Rebbe, einer der führenden Kreativagenturen Deutschlands, ist Honey mit Sitz in Hamburg die erste Agentur, die kreative und strategische Markenführung, PR, Journalismus und Technologie miteinander verbindet.

Wir haben uns für die Passion #2 mit Content Manager Joerg Strauss zusammengesetzt, um über modernes Corporate Publishing zu sprechen. 

Jörg Strauss

Herr Strauss, auf dem Weg zu Ihnen in der U-Bahn das gewohnte Bild: Gesenkte Köpfe, die eine stattliche Anzahl an Headlines, WhatsApp-Nachrichten und die letzte Folge der dritten Staffel Lucky Man verarbeiten müssen. Beschleicht Sie manchmal das Gefühl, als Content-Stratege nicht mehr Herr der Lage zu sein?

Das Beruhigende ist: Der Tag hat nach wie vor nur 24 Stunden und ein Drittel dieser Zeit verbringen die Menschen noch immer mit Schlafen. Menschen konsumieren heute nicht mehr Medien als früher, aber sie konsumieren anders, viel funktionaler und zielgerichteter. Das entspannte „Ich schau mal, was gerade im Fernsehen läuft“ früherer Jahre wird immer seltener. Medienkonsum ist viel transparenter, wir wissen dank der technologischen Möglichkeiten heute besser, wann wir welche Leute über welche Kanäle womit erreichen können. Das ist für Kommunikationsstrategien grundsätzlich ein Fortschritt. 

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